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Hürfeld-Halde am Scheideweg

Zwischen Sondermüllplänen und olympischen Visionen

Hürfeld-Halde am Scheideweg
Die Hürfeld-Halde am Scheideweg. Wie wird sie in Zukunft genutzt werden? Foto: Bludau

Neuer Vorschlag bringt Bewegung in festgefahrene Debatte

Hürfeld-Halde am Scheideweg. Der Streit um die Zukunft der Dorstener Hürfeld-Halde ist seit Monaten festgefahren. Während die RAG eine Nutzung als Sondermülldeponie plant, formiert sich in Dorsten seit Langem Widerstand. Bürgerinitiativen, Umweltgruppen und die Stadt Dorsten setzen sich gegen diese Pläne ein und wollen die Halde als ökologisches Gebiet erhalten.


„Gold statt Gift“: Olympia-Idee als Alternative

Nun sorgt eine neue Idee aus der Bürgerschaft für frischen Impuls. Unter dem Motto „Gold statt Gift“ bringt ein Dorstener eine Olympia-Nutzung der Hürfeld-Halde ins Spiel. Der Ansatz zielt darauf ab, eine positive, zukunftsorientierte Nutzung zu entwickeln und damit eine Deponie-Nutzung dauerhaft auszuschließen.

Parallel dazu hat die Stadt Dorsten rechtliche Schritte gegen die RAG eingeleitet, um die geplante Nutzung als Sondermülldeponie zu verhindern. Initiativen wie „Müllfrei Dorsten“ und BISBU protestieren bereits seit längerer Zeit gegen die Pläne und werben für den Erhalt der Halde als Natur- und Erholungsraum. Die Hürfeld-Halde ist am Scheideweg.

In diesem Zusammenhang hat der Dorstener Uwe Kähler nun einen offenen Brief verfasst, in dem er sich direkt an den Bürgermeister wendet.


Offener Brief an den Bürgermeister

Hier der offene Brief von Uwe Kähler an Bürgermeister Tobias Stockhoff (Die Zwischenüberschriften wurden aus Gründen der besseren Lesbarkeit von der Redaktion dorsten.live eingefügt).

Dorsten, 30. Januar 2026

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Stockhoff,
sehr geehrte Mitglieder des Rates der Stadt Dorsten,

als Bürger des Ruhrgebiets und leidenschaftlicher Radsportler – unter anderem Vorsitzender des RSC Dorsten von 2015 bis 2021 – habe ich mit Bedauern registriert, dass die SPD in Herten sich einem Ratsbürgerentscheid verweigert hat, eine gemeinsame Bewerbung der Städte Herten und Recklinghausen auf den Weg zu bringen, um die Mountainbike-Wettbewerbe bei den Olympischen und Paralympischen Spielen 2036, 2040 und 2044 auszurichten.

Ich finde die Idee großartig, die internationale Sportfamilie in Nordrhein-Westfalen zu Gast zu haben, um hier mit der Welt friedliche und bewegende Spiele zu feiern. Und der Kreis Recklinghausen als flächenmäßig größter Kreis in der Bundesrepublik mit über 600.000 Einwohnern muss natürlich ein Schauplatz dieser Spiele sein.

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Dorsten haben in der Vergangenheit immer regionale Verantwortung übernommen, wenn es nötig war. Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Stadt sich auch in dieser Situation der Verantwortung für das Ruhrgebiet stellt und mit der Hürfeld-Halde einen herausragend gut geeigneten Schauplatz für die Olympischen Mountainbike-Wettbewerbe anbieten kann, um die nun entstandene Lücke zu schließen.

Bürgerantrag nach § 24 der Gemeindeordnung NRW

Ich stelle daher folgenden Bürgerantrag nach § 24 der Gemeindeordnung NRW:

Die Stadt Dorsten soll gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren prüfen, ob die Hürfeld-Halde geeignet ist, Austragungsort der Olympischen Mountainbike-Wettbewerbe zu werden. Falls dies der Fall ist, soll in einem Ratsbürgerentscheid die Zustimmung der Bevölkerung dazu eingeholt werden.

Im Ruhrgebiet ist die Begeisterung für Sport Teil unserer DNA. Viele große Fußballvereine haben die Geschichte der Bundesliga geprägt, auch in anderen Sportarten liefern wir Spitzenergebnisse. Auch Dorstenerinnen und Dorstener haben bereits olympische Medaillen errungen. Tausende Vereine engagieren sich für den Breitensport. Garrelt Duin, ehemals Wirtschaftsminister und jetzt Regionaldirektor des RVR, hat es erst vor wenigen Monaten treffend auf den Punkt gebracht: „Das Ruhrgebiet kann Sport, kann Events und vieles mehr!“ Garrelt Duin weiß, dass Sport der Region nicht nur Identität gibt, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.

Mountainbike-Sport fester Bestandteil der RVR-Tourismusstrategie

Insbesondere der Mountainbike-Sport ist ein fester Bestandteil der RVR-Tourismusstrategie.

https://www.rvr.ruhr/themen/tourismus-freizeit-sport/startseite-mtb

Mit einer Unterstützung für die Dorstener Olympia-Bewerbung kann der RVR also ebenfalls zum Gewinner werden.

Auch die RAG als (Noch-)Eigentümerin der Hürfeld-Halde hat bereits vielfach gezeigt, dass sie Verantwortung für die Menschen im Ruhrgebiet übernimmt und sie nach dem Ende des Bergbaus nicht mit den Altlasten allein lässt. Ein wunderbares Beispiel, wie Verantwortung und Sport im Sinne der RAG Hand in Hand gehen, ist der Sportpark Fürst Leopold, der als junges kreatives Projekt mit Unterstützung der RAG-Stiftung 2018 auf unserem Zechengelände eingeweiht wurde.

Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung, sagte damals bei der Eröffnung: „Dieses Projekt zeigt, wie wichtig es ist, sich mit den Wünschen junger Menschen an ihr Lebensumfeld auseinanderzusetzen. (…) Ich bin für die Zukunft unserer Bergbauregionen sehr zuversichtlich – bei so vielen kreativen und engagierten jungen Menschen.“ Hier nehme ich sie beim Wort. Die Überschrift der RAG-Pressemitteilung hätte damals nicht treffender formuliert sein können: „Fitness trifft auf Bergbaugeschichte!“

https://www.rag-stiftung.de/presse/pressemitteilung/fitness-trifft-auf-bergbaugeschichte-berufsschueler-verwandeln-ehemaliges-zechengelaende-fuerst-leopold-in-outdoor-sportpark-1-216

Dorstival hat gezeigt: Infrastruktur kann geschaffen werden

Ob die Hürfeld-Halde für die Mountainbike-Wettbewerbe geeignet ist, muss sorgfältig geprüft werden. Dass hier Veranstaltungen mit großer Teilnehmerzahl möglich sind, hat das Musikfest „Dorstival“ ab 2009 jedoch bereits bewiesen: Es war damals kein Problem, die nötige Infrastruktur auf die Halde zu schaffen, und 3.000 Menschen haben ein tolles Fest gefeiert. Wer sich Fotos anschaut, wird schnell sehen, dass auch ein Vielfaches an Besuchern hier Platz finden kann.
https://www.waz.de/daten-archiv/article75078/Dorstival-lockt-tausende-Besucher-auf-die-Halde.html

Für den Standort selbst wären die Olympischen Spiele ebenfalls eine großartige Chance. Die Halde ist teilweise noch nicht fertiggeschüttet, und die RAG möchte sich davor drücken, ihre Versprechungen gegenüber den Menschen der Region zu erfüllen, die Halde fertigzuschütten und für Freizeitnutzungen freizugeben. Stattdessen soll diese Halde zu einer Deponie werden und kann damit auf Jahrzehnte, vielleicht sogar für immer, nicht mehr genutzt werden.

RAG-Vorstandsmitglied Michael Kalthoff und AGR-Geschäftsführer Stephan Kaiser scheinen sich mit ihren Deponieplänen verrannt zu haben. Die Olympia-Bewerbung wäre auch eine großartige Chance, aus dieser verfahrenen Situation herauszukommen: Die RAG-Stiftung und die Ruhrkohle könnten mit einer engagierten Unterstützung der Olympia-Bewerbung das Versprechen einlösen, das sie den Menschen in Dorsten mit den Haldenverträgen gegeben haben, und könnten bei der nötigen Endgestaltung mit einer Mountainbike-Strecke sicher auch Fördergelder in Anspruch nehmen. Das wäre für alle Beteiligten eine absolute Win-win-Situation.

Zeit für „Hausaufgaben“ gegeben

Ob alle planerischen Hürden gemeistert werden können, müssen Fachleute beurteilen. Nach meiner Kenntnis fehlen noch Voraussetzungen, um die Hürfeld-Halde zu nutzen. Aber die Zeit bis zu den Olympischen Spielen sollte ausreichen, um alle Hausaufgaben zu erledigen.

Die Idee, Olympische Wettbewerbe in Dorsten auszutragen, klingt im ersten Moment sicherlich verrückt. Aber wenn unter dem Motto „Gold statt Gift“ alle an einem Strang ziehen, können wir mit der Bewerbung nichts verlieren – sondern alle Beteiligten können nur gewinnen.

Das Olympische Motto Citius, altius, fortius (schneller, höher, weiter) könnte nicht treffender sein:

Wir müssen jetzt schnell handeln, um unsere Bewerbung auf den Weg zu bringen.
Wir können die Höhe der Halde für den Wettbewerb nutzen.
Und wir müssen weiter denken, welche Chancen sich daraus für uns und für die Region ergeben.

Ich bin der festen Überzeugung, dass in vielen Dorstenerinnen und Dorstenern das olympische Feuer für diese Idee brennen wird.

Mit freundlichen und sportlichen Grüßen

Uwe Kähler

Eine neue Idee aus der Bürgerschaft sorgt für frischen Impuls. Unter dem Motto „Gold statt Gift“ bringt ein Dorstener eine Olympia-Nutzung der Hürfeld-Halde ins Spiel. Foto: Bludau

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Hürfeld-Halde am Scheideweg

Peter Gallin
Peter Gallin
Peter Gallin: Ihr Redakteur bei dorsten.live. Ich bin Peter Gallin und seit vielen Jahren im Lokaljournalismus tätig. Von 1988 bis 2000 war ich Redakteur beim Stadtspiegel Dorsten und habe den Stadtspiegel Haltern redaktionell mit aufgebaut. Zwischen 2011 und 2016 haben mich viele Leserinnen, Leser und Unternehmer als Redakteur und Medienberater der Lokallust Dorsten und Lokallust Haltern am See kennengelernt. Jetzt widme ich mich mit voller Energie dorsten.live. Dieses Onlinemagazin bringt aktuelle Nachrichten und Einblicke aus Dorsten – modern, authentisch und nah an den Menschen.

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