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Heimatverein Lembeck bewahrt Landkarten

Schul-Landkarten zeigen politische Grenzziehungen im Wandel

Heimatverein Lembeck bewahrt Landkarten
Die Landkarten aus dem frühen 20. Jahrhundert sind Zeitzeugen. Gerd Osterholt vom Heimatverein Lembeck kümmert sich um die fachgerechte Lagerung. Quelle: Heimatverein Lembeck

Gut erhaltene Sachzeugen für Zeitreise

Heimatverein Lembeck bewahrt historische Landkarten. Der Heimatverein Lembeck hat alte Schul-Landkarten gesammelt und ihnen mit Unterstützung des Landschaftsverband Westfalen-Lippe einen sicheren Aufbewahrungsort gegeben, damit sie für die Zukunft gesichert sind. Zudem hat er die Karten geordnet, damit sie allen Interessierten zugänglich sind. Die Karten stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Sie zeigen, wie sich Grenzen im Laufe der Jahre veränderten. Dadurch erlauben sie eine lebendige Zeitreise durch politische und gesellschaftliche Entwicklungen.

Manipulierte Grenzziehungen im NS-Deutschland

Besonders auffällig ist, wie das NS-Regime Karten nutzte, um politische Ziele zu unterstützen. So ersetzte man auf Wandkarten die offiziellen Bundesländer durch die sogenannten Gaue oder Reichsgaue, um die Gleichschaltung der Gesellschaft zu visualisieren. Zudem enthielten Atlanten für Schüler oft rassistische und geopolitische Narrative, etwa Karten, die Gebiete wie Österreich oder das Sudetenland ohne Grenzen als Teil Deutschlands zeigten. Diese manipulative Darstellung diente gezielt der Propaganda – und beeinflusste die Wahrnehmung junger Menschen im Schulalltag.

Politische Perspektiven prägen Grenzen

Landkarten spiegeln häufig die Sicht des Herausgebers wider. Das ist besonders in umstrittenen Gebieten sichtbar. So zeigen Karten etwa der DDR und der BRD Berlin unterschiedlich: Ost-Berlin galt in DDR-Karten als Hauptstadt, während West-Berlin marginalisiert wurde . Ähnliche Strategien finden sich bei den Post-1945-Grenzen entlang der Oder–Neiße-Linie, die im Westen und Osten sehr unterschiedlich dargestellt wurden. Wer die Karten erstellt hat, beeinflusst also, wie wir Geschichte wahrnehmen.

Wandel der Wissensvermittlung von analog zu digital

Früher diente die gedruckte Wandkarte im Klassenzimmer als primäre Wissensquelle. Lehrer nutzten sie für Geografie- und Geschichtsunterricht. Heute ersetzen sie digitale Medien: Kinder erkunden Landkarten am Tablet oder im Internet. Satellitenbilder erlauben es, die ganze Erde in Echtzeit zu betrachten. Digitale Karten bieten viele Vorteile: Sie lassen sich rasch aktualisieren und mit multimedialen Inhalten ergänzen . Zudem ermöglichen GIS-Systeme, historische Karten mit aktuellen Daten zu überlagern und dadurch räumliche Entwicklungen anschaulich darzustellen .

Historische Karten als pädagogische Brücke

Trotz aller Digitalisierung bleibt der Wert historischer Karten ungebrochen. Sie öffnen lebendige Wege in die Vergangenheit und sind ein wertvolles Instrument in Geschichte- und Politikunterricht. Der Heimatverein Lembeck bewahrt diese historischen Landkarten und bietet interessierten Schulklassen und Gruppen Führungen an. Dabei erläutert er die Herkunft der Karten und ihre Aussagen zu politischen Grenzen, geografischen Veränderungen und gesellschaftlichen Dynamiken.

Der Verein lädt Schulklassen ein, diese Zeitzeugen für den Unterricht zu nutzen – als lebendige Dokumente vergangener Zeiten und originelle Lernhilfen für Gegenwart und Zukunft. Für einen Besuch beim Heimatverein Lembeck können sich interessierte Schulklassen oder Gruppen melden unter Telefon 01626081956 oder per E-Mail an Heimatarchiv-Lembeck@t-online.de.

Heimatverein Lembeck bewahrt Landkarten
Besonders auffällig ist, wie das NS-Regime Karten nutzte, um politische Ziele zu unterstützen. Auf den Karten ist zu sehen, wie sich Grenzen im Laufe der Jahre veränderten. Quelle: Heimatverein Lembeck

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Peter Gallin
Peter Gallin
Peter Gallin: Ihr Redakteur bei dorsten.live. Ich bin Peter Gallin und seit vielen Jahren im Lokaljournalismus tätig. Von 1988 bis 2000 war ich Redakteur beim Stadtspiegel Dorsten und habe den Stadtspiegel Haltern redaktionell mit aufgebaut. Zwischen 2011 und 2016 haben mich viele Leserinnen, Leser und Unternehmer als Redakteur und Medienberater der Lokallust Dorsten und Lokallust Haltern am See kennengelernt. Jetzt widme ich mich mit voller Energie dorsten.live. Dieses Onlinemagazin bringt aktuelle Nachrichten und Einblicke aus Dorsten – modern, authentisch und nah an den Menschen.

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