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„Mergenscher Stein“ erzählt Grenzgeschichte

Historischer Grenzstein erhält neuen Platz am Wulfener Heimathaus

„Mergenscher Stein“ erzählt Grenzgeschichte
Bei der Aufstellung am Dienstag waren Ann-Christin Schlierkamp von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Dorsten, der Vorsitzende des Heimatvereins Wulfen Johannes Krümpel, Wulfen-Wiki-Chronist Christian Gruber, der Eigentümer der landwirtschaftlichen Fläche Johannes Mergen sowie die Mitglieder der Geschichtsgruppe Bernd Feller und deren Sprecher Max Schürmann dabei. Foto: Bludau

Ein Stück Geschichte am Rhönweg

Mit dem „Mergenschen Stein“ erzählt ein jahrhundertealter Grenzstein künftig Wulfener Grenzgeschichte direkt vor dem Heimathaus am Rhönweg. Der historische Stein wurde am Dienstag, 25. August, auf dem Gelände des Heimatvereins Wulfen aufgestellt. Seine offizielle Enthüllung ist beim Flachsmarkt am Sonntag, 20. September, gegen 12 Uhr geplant.

Der etwa 100 Zentimeter hohe sowie rund 40 Zentimeter breite und tiefe Stein markierte ursprünglich eine bereits 1564 festgelegte Grenze zwischen der Herrlichkeit Lembeck und der Herrlichkeit Ostendorf.

Ostendorfer Wappen noch erkennbar

Noch heute lässt sich auf einer Seite des Steins das Ostendorfer Wappen erkennen. Insgesamt sind in Wulfen vier Grenzsteine dieser historischen Grenzlinie erhalten.

Ihre Bedeutung änderte sich im Laufe der Jahrhunderte. Von 1816 bis 1929 kennzeichneten sie auch die Grenze zwischen den Kreisen Recklinghausen und Coesfeld. Bis zur kommunalen Neuordnung im Jahr 1975 verlief hier zudem die Grenze zwischen den Gemeinden Wulfen und Lippramsdorf.

Heute befindet sich die gesamte ehemalige Grenzlinie innerhalb des Dorstener Stadtgebiets.

Johannes Mergen rettete den Stein

Der jetzt am Heimathaus aufgestellte Stein befindet sich bereits seit Jahrzehnten nicht mehr an seinem ursprünglichen Standort. Einst stand er auf einem Acker am Wulfsberg im südöstlichen Wulfen, unweit der heutigen Kläranlage.

Vor mehr als 30 Jahren hatten Unbekannte den schweren Stein an den Feldrand versetzt. Johannes Mergen entdeckte ihn auf seiner landwirtschaftlichen Fläche, erkannte seine mögliche historische Bedeutung und brachte ihn schließlich zu seinem Hof.

Nach ihm hat die Geschichtsgruppe des Heimatvereins den Stein nun „Mergenscher Stein“ genannt.

Lange Spurensuche beginnt

Johannes Mergen wandte sich später an den Heimatverein Wulfen, um mehr über Herkunft und Bedeutung des Fundstücks herauszufinden. Damit begann eine langjährige Recherche.

Eine wichtige Rolle übernahm Christian Gruber, gebürtiger Hertener und Chronist des Wulfen-Wikis. Er beschäftigte sich intensiv mit den eingehauenen Zeichen und fand historische Belege für das heute noch erkennbare Ostendorfer Wappen.

Seit rund zwei Jahren trägt Gruber seine Erkenntnisse über die historischen Grenzsteine im Wulfen-Wiki zusammen.

Denkmalschutz begleitet das Projekt

Auf Grundlage der Forschungen beantragte der Heimatverein 2025 für zwei besondere Grenzsteine die Unterschutzstellung.

Gleichzeitig fragte der Verein bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Dorsten an, ob der nicht mehr an seinem ursprünglichen Standort stehende Stein am Heimathaus aufgestellt werden könne. Denkmalbeauftragte Ann-Christin Schlierkamp griff die Idee auf und begleitete den weiteren Prozess.

Stadt und Heimatverein verständigten sich schließlich auf den Standort am Rhönweg. Dort wurde der Stein entsprechend seiner historischen Ausrichtung aufgestellt.

QR-Code führt zu weiteren Informationen

„Mergenscher Stein“ erzählt Grenzgeschichte: Der „Mergensche Stein“ markiert heute keine Grenze mehr. Stattdessen erinnert er an wechselnde Herrschaftsverhältnisse und Grenzverläufe der vergangenen Jahrhunderte.

Eine Informationstafel mit QR-Code verweist künftig auf einen ausführlichen Beitrag im Wulfen-Wiki. Im Schaukasten neben dem Eingang des Heimathauses informiert der Heimatverein zusätzlich über die Geschichte des Steins und die noch sichtbaren Zeichen.

Enthüllung beim Flachsmarkt

Offiziell vorgestellt wird der „Mergensche Stein“ beim 15. Wulfener Flachsmarkt am Sonntag, 20. September. Gegen 12 Uhr ist die feierliche Enthüllung geplant.

Christian Gruber wird dabei die wichtigsten Erkenntnisse zur Geschichte und Bedeutung des Grenzsteins erläutern.

Die Geschichtsgruppe des Heimatvereins widmet sich beim Flachsmarkt außerdem mit einer kleinen Ausstellung der Entwicklung von Grenzen in den vergangenen 500 Jahren. Dabei geht es auch um die früheren Schnadgänge, bei denen Grenzen gemeinsam abgeschritten und kontrolliert wurden.

Wie schwer ist der Stein?

Für zusätzliche Spannung sorgt ein kostenloser Schätzwettbewerb. Besucher können tippen, wie schwer der „Mergensche Stein“ tatsächlich ist.

Das genaue Gewicht bleibt bis zum Flachsmarkt geheim. Vor seiner Aufstellung wurde der Stein beim Transportunternehmen Humbert gewogen. Die Wiegekarte verschwand anschließend direkt in einem verschlossenen Briefumschlag.

Gegen 17 Uhr wird der Umschlag auf der Bühne geöffnet und das tatsächliche Gewicht bekannt gegeben. Wer mit seiner Schätzung am nächsten liegt, kann Wertgutscheine Wulfener Gewerbetreibender gewinnen.

Geschichte zum Anfassen

Damit erhält der jahrhundertealte Stein eine neue Aufgabe. Statt eine Grenze zu markieren, soll er Menschen zusammenbringen und Gespräche über Wulfens Geschichte anstoßen.

Beim Flachsmarkt wird der „Mergensche Stein“ so zu einem Ausgangspunkt, um historische Grenzen, Grenzsteine und Schnadgänge anschaulich und im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar zu machen.

Info

Offizielle Enthüllung des „Mergenschen Steins“

  • Termin: Sonntag, 20. September 2026
  • Anlass: 15. Wulfener Flachsmarkt
  • Enthüllung: gegen 12 Uhr
  • Auflösung des Schätzwettbewerbs: gegen 17 Uhr
  • Ort: Heimathaus Wulfen, Rhönweg
  • Schätzwettbewerb: Teilnahme kostenlos
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Peter Gallin
Peter Gallin
Peter Gallin: Ihr Redakteur bei dorsten.live. Ich bin Peter Gallin und seit vielen Jahren im Lokaljournalismus tätig. Von 1988 bis 2000 war ich Redakteur beim Stadtspiegel Dorsten und habe den Stadtspiegel Haltern redaktionell mit aufgebaut. Zwischen 2011 und 2016 haben mich viele Leserinnen, Leser und Unternehmer als Redakteur und Medienberater der Lokallust Dorsten und Lokallust Haltern am See kennengelernt. Jetzt widme ich mich mit voller Energie dorsten.live. Dieses Onlinemagazin bringt aktuelle Nachrichten und Einblicke aus Dorsten – modern, authentisch und nah an den Menschen.

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