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Wulfener rätseln über Grenzstein: Gewinner stehen fest

Historischer Grenzstein sorgt auf dem Flachsmarkt für Überraschung

Historischer Mergenscher Stein am Heimathaus Wulfen während des Flachsmarktes
Enthüllung des „Mergenschen Steins“: Hans Liemann, Helmut Richter, Johannes Krümpel, Dr. Edelgard Moers, Christian Gruber und Bernd Feller. Foto: Privat

Fast fünf Jahrhunderte lang markierte er eine historische Grenze, heute zieht er neugierige Blicke am Wulfener Heimathaus auf sich. Der sogenannte Mergenscher Stein, ein ehemaliger Grenzstein aus dem Jahr 1564, hat beim 15. Wulfener Flachsmarkt nicht nur Geschichtsinteressierte begeistert. Ein Schätzwettbewerb rund um sein Gewicht entwickelte sich zu einer der beliebtesten Mitmachaktionen der Veranstaltung.

Der historische Stein wurde erst kürzlich als Gedenkstein am Heimathaus aufgestellt. Etwa zur Hälfte ragt er aus der Erde, genau wie an seinem ursprünglichen Standort, der nur rund 970 Meter entfernt lag. Dort markierte er einst die Grenze zwischen der Herrlichkeit Lembeck und der Herrlichkeit Haus Ostendorf.

Fast 300 Schätzungen für den Mergenscher Stein

Kinder, Jugendliche und Erwachsene nutzten die Gelegenheit, den Stein aus nächster Nähe zu betrachten und anschließend einen Tipp zu seinem Gewicht abzugeben. Insgesamt beteiligten sich fast 300 Besucher am Wettbewerb.

Die Schätzungen gingen dabei weit auseinander. Acht Teilnehmer vermuteten weniger als 100 Kilogramm, während 39 Personen den Stein auf mehr als 500 Kilogramm schätzten. Besonders fantasievoll waren einzelne Tipps von 4.800 beziehungsweise sogar 5.000 Kilogramm.

Die Auflösung sorgte schließlich für einige überraschte Gesichter. Beim Öffnen des Wiegescheins am Sonntag um 17 Uhr stellte sich heraus, dass der Mergenscher Stein tatsächlich 260 Kilogramm wiegt. Selbst die Mitglieder der Geschichtsgruppe des Heimatvereins Wulfen kannten das exakte Gewicht zuvor nicht.

Historischer Mergenscher Stein am Heimathaus Wulfen während des Flachsmarktes
Den genauesten Tipp gab Tobias Brinkmann aus Wulfen ab. Foto: Bludau

Wulfener liegt nur ein Kilogramm daneben

Den genauesten Tipp gab Tobias Brinkmann aus Wulfen ab. Mit seiner Schätzung von 261 Kilogramm lag er lediglich ein Kilogramm über dem tatsächlichen Gewicht und gewann einen 40-Euro-Gutschein des REWE-Marktes am Brauturm.

Helga Knäbbeler belegte mit 266 Kilogramm den zweiten Platz und erhielt einen 30-Euro-Gutschein für das MAREDO-Restaurant am Brauturm. Friedel Arentz sicherte sich mit seinem Tipp von 252 Kilogramm Rang drei und durfte sich über einen 20-Euro-Gutschein des Friseursalons Buddenbrock freuen.

Den vierten Platz erreichte Jonas Bösing mit einer Schätzung von 269 Kilogramm. Dafür gab es einen 10-Euro-Gutschein der Landbäckerei Wachowski. Ursula Vogel gewann auf Platz fünf die Jahrbücher 2025 und 2026 des Heimatvereins. Ihr Tipp lautete 251 Kilogramm.

Geschichte zum Anfassen am Heimathaus

Parallel zum Wettbewerb informierte die Geschichtsgruppe des Heimatvereins Wulfen mit einer Ausstellung über die Geschichte und Bedeutung des Grenzsteins. Dabei wurden auch die eingearbeiteten Markierungen erläutert und ihre historische Funktion erklärt. Das Interesse der Besucher war während des gesamten Flachsmarktes groß.

Wer tiefer in die Geschichte des Mergenscher Stein und weiterer historischer Grenzsteine zwischen Wulfen und Lippramsdorf eintauchen möchte, findet ausführliche Informationen im Wulfen-Wiki unter www.wulfen-wiki.de.

Ein kleiner Hinweis der Geschichtsgruppe zeigt außerdem, wie weit manche Schätzungen danebenlagen: Dülmener Sandstein besitzt ein spezifisches Gewicht von rund 1.500 Kilogramm pro Kubikmeter. Wäre der Stein tatsächlich 5.000 Kilogramm schwer gewesen, hätte er sogar ein deutlich höheres Gewicht als ein gleich großer Goldblock erreicht. Umso erstaunlicher war für viele Besucher, dass die historische Grenzmarke letztlich „nur“ 260 Kilogramm auf die Waage brachte.

Quelle: Bludau


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Olaf Hellenkamp
Olaf Hellenkamp
Olaf Hellenkamp, Vollblut-Journalist mit tiefer Verwurzelung in Dorsten und der Herrlichkeit. Viele Jahre war er das Gesicht des Stadtspiegels in Dorsten, jetzt ist er der verantwortliche Redakteur bei Dorsten.live – dem jungen, frechen Auftritt im Netz und einmal monatlich gedruckt als Magazin. Von Lembeck aus hat Olaf Hellenkamp ganz Dorsten im Blick. ✉️ olaf.hellenkamp@dorsten.live 📞 02362 9193-16

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