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Montag, 27. Mai, 2024

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Nach 124 Jahren: kfd St. Matthäus Wulfen gibt Auflösung bekannt

Verein war seit 1898 für die Belange der Frauen vor Ort tätig

1. Reihe: Anita Schmidt, Brigitte Adamek, Gudrun Beiring. 2. Reihe: Reinhild Tüshaus, Elke Maag, Kirsten Schulte-Mattler, Christa Goebel. Foto: Bludau

In der letzten Mitgliederversammlung der Wulfener Frauengemeinschaft wurde die Auflösung der kfd St. Matthäus von den anwesenden Mitgliederinnen einstimmig beschlossen.

Als Mütterverein im Jahre 1898 gegründet, war die kfd St. Matthäus Wulfen insgesamt 124 Jahre in Wulfen segensreich für die Belange der Frauen vor Ort tätig. Das 120-jährige Jubiläum war noch groß gefeiert worden, doch nun konnte trotz langen Bemühungen kein Nachfolgeteam gefunden werden.

“Die Gesellschaft hat sich geändert, Frauen gehen nach erfülltem Kinderwunsch wieder in den Beruf und das Ehrenamt findet im Terminplaner keinen Platz mehr.”

Anita Schmidt vom bisherigen Team der kfd St. Matthäus Wulfen

„Die Gesellschaft hat sich geändert, Frauen gehen nach erfülltem Kinderwunsch wieder in den Beruf und das Ehrenamt findet im Terminplaner keinen Platz mehr. Sich für Verbandsarbeit über Jahre zu binden, ist eine starke Verantwortung und da windet man sich“, berichtet Anita Schmidt vom bisherigen Team der kfd St. Matthäus Wulfen.

Weitere Gründe sind eventuell auch die Überalterung und die Probleme in der Kirche allgemein. Der Kirchenvorstand bedankte sich bei dem scheidenden Team mit einem Blumenstrauß. In der Versammlung wurden auch folgende Frauen für ihre langjährige Treue geehrt: 65 Jahre: Gertrud Feller, Agatha Küpers, Wiltrud Peters, 60 Jahre: Elisabeth Stadtmann, 50 Jahre: Alwine Albers, Margret Overfeld, Thea Schapdick, Hildegard Stockhoff.

Frauen fällt die Auflösung schwer

„Schweren Herzens mussten wir die Auflösung herbeiführen. Auch unseren 24 Mitarbeiterinnen im Besuchsdienst, teilweise 35 oder auch 40 Jahre im Einsatz, fiel es unglaublich schwer diese Tatsache hinzunehmen. Jedes Mitglied hat nun die Möglichkeit zu einer anderen kfd zu wechseln, Einzelmitglied in Münster zu werden oder zu kündigen. Dieses ist schriftlich und mündlich mehrfach bekannt gegeben worden. Eine Fusion mit den benachbarten kfd Gruppen St. Barbara oder Deuten kommt auch nicht in Frage, das war das Ergebnis der Zusammenkunft mit den entsprechenden Vorständen am 15. Juni dieses Jahrs“, berichtet Anita Schmidt auf Nachfrage. Und weiter:

„Wir sind dankbar für die vielen guten Jahre der kfd und die schönen Stunden der Gemeinschaft. Die Frauengemeinschaften waren und sind ein wichtiges und gutes Zeichen der Zeit, ihrer Zeit. Die Aktivitäten der Frauen in der Gemeinde müssen nicht zwangsläufig durch die fehlende kfd aufhören. Es müssen nur neue Strukturen aufgebaut werden. Wir sind guter Hoffnung, dass die ehrenamtliche Bereitschaft nicht ganz verloren geht.“

Ein Zeichen der Erinnerung an 124 Jahre Frauenpower St. Matthäus Wulfen möchte Wulfener Frauengemeinschaft als letzte Amtshandlung mit der Errichtung einer Sternenkinder-Stele auf dem Friedhof Kottendorfer Feld setzen. Diese Sternenkinder-Stele soll auch rückwirkend Eltern einen Ort bieten, um ihr Kind zu trauern, die bei ihrem Verlust diese Möglichkeiten noch nicht hatten.

Olaf Hellenkamp
Olaf Hellenkamp
Olaf Hellenkamp, 52 Jahre, Vollblut-Journalist mit tiefer Verwurzelung in Dorsten und der Herrlichkeit. Viele Jahre war er das Gesicht des Stadtspiegels in Dorsten, jetzt ist er der verantwortliche Redakteur bei Dorsten.live – dem jungen, frechen Auftritt im Netz und einmal monatlich gedruckt als Magazin. Von Lembeck aus hat Olaf Hellenkamp ganz Dorsten im Blick. ✉️ olaf.hellenkamp@dorsten.live 📞 02362 9193-16

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